Der gemeinnützige Verein Kindernetzwerk Sierra Leone e.V. (KNSL) hat sich im Januar 2003 mit dem Ziel gegründet, den Menschen in Sierra Leone nach dem Bürgerkrieg von 1991-2002, der für die Entwicklung des Landes katastrophal war, neue Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben. Das zentrale Augenmerk liegt dabei auf der Schulausbildung der Kinder – als eine Investition in die Zukunft. Begleitend setzt sich der Verein auch für eine möglichst ganzheitliche Entwicklung des Gemeinwesens vor Ort ein.
Das Einsatzgebiet ist der Distrikt Pujehun im Süden von Sierra Leone. Viele der ca. 200.000 Einwohner des Distrikts leben von Kleinlandwirtschaft, die sie kärglich ernährt. Ein Einkommen, von dem grundlegende Dinge wie ärztliche Behandlung und Arznei oder auch Schulbücher und -kleidung bezahlt werden könnten, ist damit kaum zu erwirtschaften. Viele Familien sind so arm, dass sie auf die Arbeitskraft der Kinder nicht verzichten können.
An dieser Stelle engagiert sich der Verein KNSL mit seinem Schulprogramm. Besonders arme Familien erhalten einen Ausbildungszuschuss, damit sie wenigstens eines ihrer Kinder zur Schule schicken können. Im Gründungsjahr waren das 4 Mädchen und 2 Jungen, im Schuljahr 2007/08 sind es schon 20 Mädchen und 10 Jungen. Insgesamt 12 der Kinder besuchen heute bereits eine weiterführende Schule. Wir hoffen, dass unser Verein weiter wächst und immer mehr Kindern neue Hoffnung für die Zukunft geben kann.
Nach dem Bürgerkrieg sind aber noch viele andere Probleme zu überwinden, damit es wieder aufwärts geht und die Menschen zu einem normalen Alltag zurückkehren können. Häuser müssen aufgebaut, neue Brunnen und Latrinen gegraben werden. Die Ackerflächen müssen bestellbar gemacht werden. Und ein friedliches Zusammenleben erfordert Aussöhnung – die „Front“ des Bürgerkriegs lief ja mitten durch das ganze Land, durch Dorfgemeinschaften und sogar durch Familien. In dieser Lage würde ein Schulprogramm für die Kinder allein einfach zu kurz greifen. Um die Zukunft der Kinder sichern zu helfen, hat der Verein deshalb schon einige begleitende Projekte durchgeführt. Hier ein paar Beispiele:
- Im zentralen Marktdorf unseres Einsatzgebiets haben wir 2005 ein Gemeindezentrum gebaut, in dem sich Frauenvereine und Selbsthilfegruppen treffen können. Seit 2006 können hier auch Erwachsene Lesen, Schreiben und Rechnen lernen.
- Zur Sicherung der Ernährung haben wir im Frühjahr 2007 zinslose Kleinkredite in Form von Saatreis und Diesel für die Traktoren ausgegeben. Aus den Rückflüssen sind im Frühjahr 2008 neue Kleinkredite vergeben worden. Angesichts der weltweit stark steigenden Nahrungsmittelpreise, von denen die Armen besonders hart getroffen werden, soll diese Form der Unterstützung künftig weiter ausgebaut werden.
- Zur Vorbeugung gegen neue Konflikte und als Hilfe zur Versöhnung nach dem langen Bürgerkrieg führen wir seit 2005 friedensfördernde Projekte in unserem Einsatzgebiet durch. Diese werden vom Auswärtigen Amt finanziert und vom Institut für Auslandsbeziehungen projekt zivik betreut. Die Projekte zielen darauf ab, den Menschen dabei zu helfen, Streitigkeiten und Konflikte einvernehmlich zu lösen, und fördern damit ein friedliches Zusammenleben.
Mit diesen vielfältigen Ansätzen tragen wir zur Entwicklung und Stabilisierung Sierra Leones bei.
Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf der Website www.schule-fuer-afrika.de. Verantwortlich: Brigitte Steinmetz, Bredowstr. 18a, 10551 Berlin, Tel. 030-390 390 59, bristeinmetz@aol.com.
