Evangelisch in Gummersbach

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… Uwe Selbach

Fragen an_Uwe SelbachUwe Selbach ist seit November 1995 in der Evangelischen Kirchen­gemeinde Gummersbach als Pfarrer tätig. Neben Gottesdiensten, Beerdigungen, Taufen, Trauungen, Konfirmations- und Schulgottesdiensten hat er auch die Aufgabe, in seinem Bezirk Bernberg die Integration der sehr unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mitzugestalten. Dabei unterstützen ihn sehr engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit 2002 ist er als Synodalbeauftragter für die Prädikantinnen und Prädikanten des Kirchenkreises zuständig. Pfarrer Selbach ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Was dachten Sie mit 18, wo Sie heute stehen würden?

Mit 18 macht man sich noch keine Gedanken, wo man mit Mitte 40 wohl stehen wird. Klar war allerdings für mich schon, dass Gott mir zwei Gaben anvertraut hatte: die des Redens (Predigt) und die des Hörens (Seelsorge). Durch eigene Erfahrungen in der Jugendarbeit und durch fremde Rückmeldungen war damals schon deutlich: Dieser Mensch kann nur Pfarrer werden.

Welche Eigenschaften brauchen Sie für Ihre Arbeit?

Zunächst bedarf es wohl des Glaubens, der allerdings keine Eigenschaft im Sinne mensch­licher Vorbedingung ist (vgl. 1. Korinther 12,9). Aber wenn Gott einem einen lebendigen Glauben geschenkt hat, dann wird dieser auch Früchte bringen, die zum Beispiel in Galater 5, 22+23 aufgelistet werden, was nicht bedeutet, dass ich davon alle Früchte besäße! Am ehesten erkennbar ist von diesen dort aufgezählten „Eigenschaften“ bei mir vielleicht die Sanftmut, die aber auch im Vorankommen der Arbeit manchmal hinderlich sein kann …

Was lieben Sie an Ihrer Aufgabe?

Das intensive Hören auf das Wort unseres Herrn, das heißt – wenn ich Zeit dazu finde – das Lesen und „Forschen“ in der Bibel, das Nachdenken darüber und dann natürlich auch das Weitererzählen, also das Predigen darüber!

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Welches sind gegenwärtig Ihre größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung ist vermutlich seit „den Tagen Noahs“ die gleiche geblieben: dass es sehr viele Menschen gab und gibt, die dem Wort Gottes recht gleichgültig gegenüber stehen und die keine persönliche Beziehung zu Jesus Christus aufbauen wollen. Wir leben in einer Zeit, in der die Alternativen nicht nur zum Glauben an Gott extrem viel­­fältig geworden sind, sondern die Möglichkeiten, sich überhaupt in irgendeiner Form zu irgendetwas zu verhalten, unendlich vielfältig und beliebig geworden sind. So ist auch die Sattheit bei den meisten Zeit­genossen im Blick auf „Sinn­angebote“ sehr deutlich zu spüren. Oft frage ich mich: Wie soll mein Reden von Gott gestaltet sein, dass es bei den Menschen heute ankommt, bzw. dass ihr Interesse an unserem Herrn Jesus Christus wächst. Diese Frage verschärft sich noch einmal im Blick auf unsere Jugendlichen, zum Beispiel die Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Wo sehen Sie die Gemeinde in zehn Jahren?

Ganz klar: In der Hand unseres Gottes!

Wenn ein Wunsch auf jeden Fall wahr würde: Was würden Sie sich wünschen?

Dass das, was nach der Pfingstpredigt des Petrus in Jerusalem passierte, auch bei uns in Gummersbach wahr und wirklich würde: „Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden“ (Apg. 2,47)!

Welcher Bibelvers ist Ihnen besonders wichtig?

Derer gibt es viele! Immer wieder begegnet mir etwa mein Konfirmationsspruch, den ich mir damals selbst und sehr bewusst ausgesucht hatte: Jesus Christus spricht: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32).

Warum lohnt es sich, den Gottesdienst zu besuchen?

Erstens: Weil ich gespannt sein darf, was Gott mir in diesem Gottesdienst sagen will! Zwei­tens: Weil ich Gott alles bringen darf, was mich durch die Woche ge­trieben hat. Drittens: Weil ich in der Gemein­schaft Gott loben und danken kann, was ich allein oft viel zu selten tue.

Interview und Fotos: Frank-Michael Rommert