Evangelisch in Gummersbach

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… Günther Haas

Günther Haas (Jahrgang 1935) lebt seit 1998 in Gummersbach und ist in zweiter Ehe mit Margarete Hagedorn verheiratet. Aus erster Ehe stammen drei Kinder. Zusammen haben sie acht Enkelkinder. Als Diakon war er bis 1974 in der Jugend­arbeit des CVJM tätig. Bis 1998 war er für 24 Jahre Referent für CVJM-Weltdienst im deutschen CVJM. Diese Tätigkeit brach­te ihn in viele Länder Lateinamerikas, Afrikas und Asiens.

Fragen an_Günther Haas_Portrait

Was dachten Sie mit 18, wo Sie heute stehen würden?

So weit konnte ich damals gar nicht denken. Aber die Weichen wurden damals gestellt. Ich übernahm die Jungschar in unserer Gemeinde und gab dafür mein geliebtes Fußballspielen auf. Beides zusammen ging zeitlich nicht. Das fiel mir nicht leicht. In dieser Zeit hatte ich auch meine Lehre als Schriftsetzer abgeschlossen. Der Beruf gefiel mir. Aber ich merkte, es gibt noch mehr. Christliche Persönlichkeiten in meinem Umfeld haben mir geholfen, eine Entscheidung im Glauben zu treffen. Ich begann zwei Jahre später eine Diakonenausbildung. Mir war bewusst, dass damit mein Leben anders als gewohnt verlaufen würde.

Wie kam das Inter­natio­nale in Ihr Leben?

Mich zog es schon früh in die Ferne. Mit 22 Jahren verbrachte ich ein Jahr in Guatemala. Nach meiner Ausbildung als Diakon war ich dann zunächst in der Jugendarbeit des CVJM tätig. Nach einem Studienjahr in USA wurde ich in die Zentrale des deutschen CVJM berufen, das Referat Weltdienst zu übernehmen. Mein Aufgabe war die Koordination und Finanzierung von Projekten der CVJM für Kinder und junge Menschen in vielen Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien. Ich lernte auf meinen Reisen viele für mich neue Kulturen und großartige Menschen und Christen kennen.

Wie sind Sie heute noch mit dem CVJM-Weltdienst verbunden?

Das lässt einen nicht los. Wir haben in diesen Tagen ein Lesebuch herausgebracht: ‚Die Welt mit anderen Augen sehen’, das interessante Momentaufnahmen der 50 Jahre CVJM-Weltdienst enthält. Daran habe ich mitgearbeitet. Darüber hinaus nehmen wir im CVJM Gummersbach Anteil an unseren internationalen Partnerschaften. Das ist für uns vorwiegend unser Partner in Peru.

Welches sind Ihre größten Herausforderungen?

Wir haben uns im CVJM vor einem Jahr Gedanken gemacht über Gastfreundschaft. Wo könnten wir offen sein für Menschen, die uns brauchen? In diese Zeit fiel die Entscheidung der Auflösung der Evangelischen Studenten Gemeinde. Das war ein Kreis von überwiegend etwa 25 afrikanische Studenten, der sich dort versammelte. Wir entschieden uns, ein Angebot zu machen mit einem offenen Abend. Seit Juni trifft sich jeden Mittwoch im CVJM eine immer größer werdende Gruppe von Studierenden.

Wie erleben Sie die afrikanischen Studenten?

Ich bin begeistert von den jungen Afrikanern, besonders den Afrikanerinnen, mit welchem Elan sie hier studieren. Es ist ja nicht leicht für sie. Sie müssen zuerst die Sprache lernen. Sie leben in einem für sie fremden Umfeld. Sie müssen die Finanzen aufbringen – und das wird zunehmen schwieriger, wo sie jetzt Studiengebühren bezahlen müssen. Sie bekommen kein Bafög. Besonders beeindrucken mich die jungen Frauen, die beherzt Informatik oder Ingenieurwesen studieren. Manche von ihnen haben Kinder. Die meisten sind überzeugte Christen.
Wir haben einen Dreiklang in unserem Programm: eine Andacht mit viel Liedern und Gebet. Sie wollen bewusst etwas zur Stärkung für ihren Glauben. Dann gibt es ein warmes Essen, von Studentinnen gekocht. Dann spielen wir Billard oder Kicker. Wir sehen darin jetzt eine Herausforderung, aber auch eine Bereicherung für uns als CVJM und auch als Gemeinde.

Haben Sie noch Zeit für ein Hobby?

Ja, aber die ist begrenzt. Ich töpfere Lichthäuser aus Gummersbach. Jetzt ist die heiße Phase der Vorbereitung unseres Geschenkemarktes im CVJM am Samstag, 1. Dezember. Neben vielen Angeboten an Gebasteltem und Gebackenem aus dem CVJM gibt es Kränze und Gestecke von meiner Frau und von mir die kleinen Lichthäuser. Davon sind etwa in den letzten neun Jahren schon etwa 500 verkauft worden. Das ist unser Beitrag zur Finanzierung der Schülerarbeit im CVJM.

Fragen an_Günther Haas_Lichthaus
Die Gummersbacher Stadthalle, als Lichthaus gefertigt von Günther Haas

Wenn ein Wunsch auf jeden Fall wahr würde: was würden Sie sich wünschen?

Dass es uns gelingt, mit unserer Umwelt so verantwortungsvoll um zu gehen, dass unsere nachfolgende Generation, unsere Kinder, Enkelkinder auch noch Freude an ihr haben und auch Menschen in ärmeren Ländern in Würde leben können.

Welcher Bibelvers ist Ihnen besonders wichtig?

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. (1. Petr. 5,6). Über diesen Vers habe ich mich bei meiner Konfirmation geärgert. Aber er hat mich nicht mehr los gelassen. Es kommt für mich darauf an, dieser Hand Gottes zu vertrauen in jeder Situation meines Lebens. Sie hat mich nicht enttäuscht.

Interview und Fotos: Frank-Michael Rommert