Aufführungen in den Gummersbacher Kirchen
Samstag, 21. März 2009, 19.30 Uhr in der kath. Kirche St. Franziskus
Sonntag, 22. März 2009, 17.00 Uhr in der ev. Kirche Gummersbach
Kosten: 18 €, 12 € (erm.), 15 € (Seitenschiff, ev. Kirche)
Infos und Kartenvorverkauf: ev. Gemeindeamt, Von-Steinen-Str. 2 (Tel. 02261/ 22133)
Die Matthäus-Passion ist neben der Johannes-Passion die einzige komplett erhaltene Passion Bachs. Diese oratorische Passion schrieb J.S. Bach zum Vespergottesdienst am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche. Sie erklang in der “Frühpredigt”, die um sieben Uhr begann und meist bis 11 Uhr dauerte. In der Mitte der zweigeteilten Passion wurde eine einstündige Predigt gehalten.
Bach sieht für die Matthäus-Passion einen gigantisch anmutenden “Aufführungsapparat” vor:
- zwei große Doppelchöre und Orchester-Ensembles und ein Knabenchor Soprano in Ripieno”.
Darüber hinaus besetzt Bach außer den vier Solostimmen für die Arien und Rezitative noch Rollen-Solopartien “Soliloquenten”, die von Chor-Solisten übernommen werden:
- Evangelist, Jesus, Judas, Petrus, Hohepriester, Pilatus, 2 Mägde, 2 Priester, Pilati Weib und 2 Zeugen.
Bach nutzte in der ersten Aufführung in der Leipziger Thomaskirche die Möglichkeiten der getrennten räumlichen Aufstellung, bei der die dialogische Struktur der Doppelchöre deutlich hervortrat. Die heutige Aufführungspraxis hat sich geändert, indem man meist die beiden Ensembles aus Kosten- und räumlichen Gründen nebeneinander platziert.
Als Textvorlage diente Bach das 26. und 27. Kapitel nach dem Evangelisten Matthäus (in der Luther-Übersetzung) und freie Dichtungen von Christian Friedrich Henrici (Picander). Hinzu kommen insgesamt vierzehn Choräle, in deren Mittelpunkt der Choral “O Haupt voll Blut und Wunden” von Paul Gerhardt steht, der mit verschiedenen Texten und Harmonisierungen fünfmal erklingt.
Welch hohen Wert die Matthäus-Passion für Bach persönlich hatte, zeigt sich darin, dass er im Jahr 1736 die gesamte Partitur noch einmal sorgfältigst abschrieb. Sie liegt uns heute neben der h-moll-Messe als einer der saubersten Autographen aus Bachs reichem Schaffen vor.
Wegen der Monumentalität des großen Werkes setzte es sich zu Bachs Zeiten nicht durch, erlebte aber 1829 von der Berliner Singakademie unter Leitung des 20-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy eine großartige Renaissance, die bis in unsere Zeit anhält und die Matthäus-Passion neben der h-moll-Messe zu Recht als eines der größten Werke J.S. Bachs bestätigt.
In den beiden Aufführungen wirken folgende Musiker mit:
- Kantorei der ev. Kirchengemeinde Gummersbach unter der Leitung von Kantorin Annette Giebeler
- Kantorei der ev. Kirchengemeinde Bergneustadt unter der Leitung von KMD Hans Wülfing
- Kinder des Kinderchores der ev. Kirchengemeinde Gummersbach unter der Leitung von Annette Giebeler
- Concert Royal, Köln
![]() Stephanie Buyken-Sopran |
![]() Christa Menke-Alt |
![]() Georg Poplutz-Tenor |
![]() Dominik Wörner-Bass |
Gesamtleitung: Annette Giebeler und Hans Wülfing
Die Aufführung anlässlich des Gummersbacher Stadtjubiläums steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Helmenstein.




