Seit einigen Monaten steht fest, dass der GCG im Frühjahr 2008 an insgesamt vier Vorstellungen des Musicals „Oh happy day“ (OHD) in Gummersbach, Attendorn, Lennestadt und Arnsberg beteiligt sein wird. Zur Vorbereitung fand am 8. und 9. Februar 2008 in Gummersbach ein Workshop statt, der den Sängerinnen und Sängern viel abverlangte, aber auch viel Spaß machte. Von Jörg Grüber
Freitag
Die etwa 50 GCG-Mitglieder treffen ebenso ein wie auch die Profi-Crew um Joanne Bell – als da wären Robert Coverton (Choreographie), Mary Thompson (Gesang) und ihr Mann Lorenz (Piano). Nachdem alle da sind, wird als erster Song das Lied „Joy, Joy“ einstudiert. Schon bald stellt sich abei heraus, dass auch eine professionelle Crew sich durchaus uneinig sein kann, was die Umsetzung von Musik angeht. Und so wird fruchtbar diskutiert, wie zu singen und zu tanzen ist.
Das nächst Lied: „Every time I get the chance“. Robert, der Choreograph, fordert schnellere Bewegungen, keine europäische, um nicht zu sagen deutsche Zurückhaltung. Er ermutigt die GCG-Leute, den Text zur Koordination der Bewegung zu nutzen. Trotz allem lobt er den GCG: „Ihr habt es schon!“
Aber auch Robert muss an seiner Kommunikation mit Lorenz, dem Crew-Pianisten arbeiten, denn so mancher Einsatz und so manches Anspiel muss iederholt werden, weil entweder der eine oder andere nicht zufrieden ist. Was soll’s, wir sind alle nur Menschen und Gottes Kinder :)!
Und so wird gestampft, geklatscht, gewunken und „Halleluja“ gesungen, was das Zeug hält. Robert entwickelt sich dabei für den Außenstehenden zu einem eleganten Rumpelstilzchen. Er drückt es so aus: „What´s the use of being on stage, if you can´t be seen?“ Und so stellen sich die GCG-Leute brav „auf Lücke“, damit jede und jeder in seinen oberbergischekstatischen Bewegungen zu sehen ist.
Natürlich möchten die „Profis“ auch die Solistinnen des GCG kennen lernen. Als sich auf die entsprechende Frage hin nur die dunkelhäutige Helena Adeyemi zu melden traut, kommt die pointierte Reaktion von der Afro-Amerikanerin Joy: „Immer das Gleiche, immer müssen wir Schwarzen die Arbeit machen!“
Der erste Tag ist geschafft, nach einem gemeinsamen „cooldown“-Seufzer verabschieden wir uns bis zum nächsten Morgen.
Samstag
Es geht weiter! Heute steht ein ganzer Tag Probenarbeit an! Das geht nicht ohne Proviant, und so bringen zahlreiche GCG-Leute Leckereien mit.
Annette Giebeler sorgt mütterlich-herzlich für den Rest: Getränke ohne Ende, und Spaghetti zum Mittagessen. All das bewahrt den Chor nicht vor der konstruktiv-strengen Kritik der Profis: mal sei der Alt piepsig, mal fehlt das Energische von Soldaten (wenn „fight and pray“ gesungen wird), mal sind die Tenöre zu „clean“, oder es wird vergessen zu atmen.
Ohne zu glucken, springt Annette als „Mutter Courage“ des GCG in die Bresche und übersetzt für ihre Leutchen, was die Profis denn wollen. Annette ist der Knotenpunkt zwischen GCG und OHD-Crew.
Bestimmte Zeilen aus dem Evergreen und Namensgeber des Musicals „Oh, happy day“ werden immer und immer wieder gesungen und getanzt, bis sie „sitzen“. Der Zuhörer fällt fast in eine Trance und wird von der Musik davon getragen. Ob das die GCG-Leute auch so empfinden? Wenn gar nichts mehr geht, gibt es Auszeiten, und dann werden zum Beispiel Neben-Frau bzw. -Mann massiert. So überstehen alle die Anstrengung, Joanne Bell sogar trotz Erkältung!
Am Ende bedankt sich der GCG mit einem seiner stärksten Stücke: „Joyful, joyful“ klingt es durch das Gemeindehaus. Da kann auch der Choreograph Robert nicht still halten und tanzt und singt mit. Der ganze GCG erntet das volle Lob der Profis für die gesamte Mitarbeit im Workshop!
Fazit
Nicht alles war neu, was die Profis dem GCG vermittelten, denn mit Annette Giebler hat der GCG ja auch eine kompetente Chorleiterin und Choreographin.
Aber ein solcher Workshop ist ein große Erfahrung. Er schweißt die GCG-Mitglieder zusammen, man erlebt etwas ganz besonderes gemeinsam! Gerne hätten die Sängerinnen und Sänger noch mehr gegeben, aber sie waren an den Grenzen ihrer Kräfte angekommen! Gleichzeitig war Annette sehr zufrieden und weiß, dass sie auch für die Zukunft mit ihrem GCG planen kann.
Zu wünschen sind dem OHD-Projekt und GCG gelungene Auftritte mit überspringenden Funken der Musik und der Botschaft, und all das getragen von möglichst allen GCG-Mitgliedern … und natürlich von Gott!
Jörg Grüber | Gospelchor Gummersbach
